Assum-Geschäftsführerin Beate Rupietta war zu Gast im Ruhrpodcast. Der Podcast lädt regelmäßig Gäste aus dem Ruhrgebiet ein, um mit ihnen über ihre Projekte, Unternehmen und Motivation zu sprechen. In der aktuellen Folge ging es um den demografischen Wandel und die Arbeit in der Pflege, insbesondere bei Assum.

Das ganze Interview finden Sie unter www.ruhrpodcast.de.

Ergänzung aus aktuellem Anlass:

Die Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci plant eine Bundesratsinitiative, die Zeitarbeit in der Pflege verbieten zu lassen. Abgesehen davon, dass ein Verbot europa- und verfassungsrechtlich mehr als bedenklich ist, wird hier wieder einmal eine neue „Themen-Sau“ durchs politische Dorf gejagt: Es gibt im Gesundheitswesen und auf dem Arbeitsmarkt einen Berg von Themen, die auf vernünftige Lösungen warten. Stattdessen werden von Herrn Spahn Pflegekräfte für Pflegeeinrichtungen in homöopathische Dosen übers Land „bewilligt“ und ein Übeltäter für die knappe Fachkräftesituation gesucht.

Es wird der Eindruck erweckt, die Zeitarbeit sei einmal wieder Wurzel allen Übels auf dem Arbeitsmarkt. Wenn man aber einmal einen Blick auf die Relationen wirft, kann man feststellen, dass Zeitarbeit auf dem Beschäftigungsmarkt gerade einmal 2% ausmacht. Das ist in der Pflege nicht anders. Auch hier finden sich gerade einmal 2% der Pflegekräfte in Anstellung bei Personaldienstleistern. Zeitarbeit ist also als selten zu betrachten und das aus gutem Grund: Sei es, weil sie noch ein Studium oder eine Weiterbildung absolvieren, noch eine Selbstständigkeit ausüben oder schlicht einfach nicht an ein Haus gebunden sein wollen.

Pflegekräfte, die sich für einen Dienstleister als Arbeitgeber entscheiden, entscheiden sich auch gleichzeitig für wechselnde Arbeitsumgebungen, wechselnde Arbeitswege, wechselnde Kollegen und wechselnde Standards der einzelnen Häuser. Wer über viele Jahre in der gleichen Beschäftigung verweilt, kann sich schwerlich vorstellen, dass sich dahinter ein hohes Maß an Flexibilität und Konzentration verbirgt. Und dies wird neben der hohen Qualifikation mitgebracht, die auch erwartet wird.

Diese Kräfte leisten also mehr, als ein Kollege, der die Routineabläufe im Schlaf kennt. Mehr Leistung kostet aber auch mehr.  Man kann auch nicht erwarten, dass die Arbeit eines Handwerkers im Notfall am Wochenende oder am Abend den gleichen Preis aufruft, wie die geplante Leistung zu Kernarbeitszeiten. – Das ist schlicht Marktwirtschaft!

Der Rückschluss, dass nach einem Verbot, diese Kräfte wieder Anstellungen in Krankenhäusern suchen, ist eine Milchmädchenrechnung. Diese Kräfte gehen der Pflegetätigkeit vermutlich vollends verloren. Zeitarbeit in der Pflege ist ein ausgezeichnetes Mittel, um vorrübergehende Personalengpässe in Krankenhäusern zu überbrücken. Und es ist ein klares Zeichen der Wertschätzung an die Stammbelegschaft, die dann eben nicht aus dem Urlaub/Frei/der Fortbildung zurückgerufen werden muss oder einmal die ganzen Überstunden „abfeiern“ kann.